Neuer Wolfsmanagementplan für Hessen: Was jetzt für Jäger wichtig ist

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) hat den neuen Wolfsmanagementplan für Hessen veröffentlicht. Für die hessische Jägerschaft bringt dieser Plan erstmals konkretere und verbindlichere Regelungen für den Umgang mit dem Wolf in der Praxis. Ein Video Ihres LJV Hessen: Was jetzt für Jäger wichtig ist, können Sie kostenlos und ohne Anmeldung über Youtube abrufen.

Wichtig ist vor allem: Im Rahmen des regulären Bestandsmanagements können künftig juvenile Wölfe bejagt werden. Grundlage dafür sind jährliche Abschusspläne, die von der Oberen Jagdbehörde in Abstimmung mit der Obersten Jagdbehörde erstellt werden (Download: Allgemeinverfügung Wolf – revierübergreifender Managementplan). Die reguläre Jagdzeit reicht vom 1. Juli bis 31. Oktober. Die Entnahme ist auf 40 Prozent der für einen Jahrgang prognostizierten Jungwölfe begrenzt. Zudem werden Fallwild sowie bereits entnommene juvenile, subadulte und adulte Schadwölfe auf diese Quote angerechnet.

Darüber hinaus eröffnet der Plan weitere Möglichkeiten zur Entnahme. Nach einem bestätigten Wolfsriss kann ein Wolf auch außerhalb der regulären Jagdzeit entnommen werden. Mehrere Wolfsrisse sind dafür nicht erforderlich. Die Jagd darf grundsätzlich in einem Radius von 20 Kilometern um den Schadensort und für sechs Wochen nach dem festgestellten Schaden erfolgen. Auch dann gelten klare Melde- und Informationspflichten.

Für Jagdausübungsberechtigte besonders wichtig ist die stärkere Einbindung in das Monitoring. Der neue Wolfsmanagementplan stellt klar, dass Jagdausübungsberechtigte im Rahmen ihrer Hegepflicht Wolfshinweise wie Sichtungen, Fotoaufnahmen, Wildkameraaufnahmen, Risse oder Losung melden sollen. Gleichzeitig ist geregelt, dass aktives Monitoring im Revier, etwa durch Wildkameras, Geländebegehungen oder Suchhunde, ausschließlich in Rücksprache mit dem betroffenen Jagdausübungsberechtigten erfolgt. Dieser hat dabei ein Vetorecht.

Zuständig für das Wolfsmanagement in Hessen sowie für die Erstellung der Abschusspläne ist das Regierungspräsidium Kassel als Obere Jagdbehörde. Für das Wolfsmonitoring arbeitet das Wolfszentrum Hessen in enger Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Hessen e. V.. Bitte senden Sie Ihre Meldungen (Beobachtungen, Wildkamerafotos, etc.) direkt an Wolfszentrum Hessen. Wolfhinweise können auch als Gast ohne Registrierung erfasst werden.

Für die Jägerschaft bedeutet der neue Wolfsmanagementplan damit vor allem eines: mehr Verantwortung, klarere Zuständigkeiten und verbindlichere Regeln für den praktischen Umgang mit dem Wolf in Hessen. Entscheidend wird nun sein, dass Meldungen aus der Fläche konsequent erfolgen und dass das Monitoring durch Jägerschaft und Wolfszentrum belastbar weiterentwickelt wird.

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Fallenjagd Kurs am 15. November 2025

Der Waschbär fällt uns aktuell als erstes ein, wenn wir an die Fallenjagd denken. Mittlerweile ist es auch in der öffentlichen Meinung angekommen, dass die Kleinbären ganz und gar nicht nur putzig sind, sondern sich zu echten Plagegeistern entwickelt haben und als invasive Art eine Gefahr für unser ökologisches Gleichgewicht sind.

Alfred Gebelhardt vom Jagdklub Hanau und Paul Przybysz vom Sachsenhäuser Jagdklubs haben den etwa 40 Teilnehmern in den Räumen des Sachsenhäuser Jagdklubs am Goetheturm das Thema Fallenjagd mit fundiertem Wissen und großer Sachkenntnis anschaulich nahegebracht. Besonders der Stadtjäger, wie er sich selber nennt, Alfred Gebelhardt, hat mit seinem unnachahmlichen Humor lebhafte Bilder in unseren Köpfen entstehen lassen und die Teilnehmer mehr als einmal herzhaft zum Lachen gebracht. Das hat uns den Tag kurzweilig werden lassen und wir hatten Spaß am Lernen!

Im Fangjagdkurs wurden die Zielwildarten, die verschiedenen Fallentypen und ihre Handhabung, rechtliche Vorschriften zur Fallenjagd, praktische Ausübung der Fallenjagd und Regelungen im befrieden Bezirk sowie der historische Hintergrund der Fallenjagd erläutert.

Die Fallenjagd leistet einen bedeutenden Beitrag zum Schutz bedrohter Arten, des Niederwildes und der Bodenbrüter in unseren Revieren. Nur durch ein sachkundiges und intelligentes Management der Beutegreifer kann der ausgewogene Niederwildbestand in den Revieren gewährleistet werden. Unter diesem Blickwinkel ist dieser Kurs für alle Jäger und Jungjäger-Anwärter wichtig und wertvoll.

Die Teilnahme an einem Fangjagdlehrgang gehört zur Jungjäger-Ausbildung und ist im Ausbildungsplan des LJV Hessen rechtlich geregelt. So ist dieser Kurs aus der Nachfrage des Offenbacher Jagdklubs St. Hubertus für seine Jungjägerausbildung entstanden und ist dann, offen für alle Interessierten der drei Jagdklubs Frankfurt-Sachsenhausen, Hanau und Offenbach, auf lebhaftes Interesse gestoßen.

Daraus hat sich eine sehr angenehme und persönlich bereichernde Zusammenarbeit der drei Jagdklubs entwickelt, die uns allen viel Spaß gemacht hat. So war dieser Tag nicht nur ein unerlässlicher Beitrag zur Fortbildung und Ausbildung, sondern auch ein Tag zum Kennenlernen, alte Kontakte auffrischen und neue knüpfen.

Lorena Quardon

Erfolgreicher Jungjägerkurs 2024/25

Herzlich gratulieren wir allen Jungjägerinnen und Jungjägern zum Bestehen aller Jagdprüfungen im Jahr 2025!

Der letzte Jungjägerkurs hat mit einer Bestehensquote von 93% alle Rekorde geschlagen. Damit steht unseren zahlreichen Jungjägern bis zum Jägerschlag im November nichts mehr im Wege.

Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und wünschen Euch allen Waidmannsheil!

Der Vorstand.

Rotwildvortrag von Heinz Ross für unsere Jungjägeranwärter

Es ist kalt an diesem Abend. Gut für die Hirschbrunft. Aber der Nieselregen hätte nicht sein müssen. Unsere Jagdscheinanwärter haben sich alle wasserdicht angezogen, gut so – wir wollen ja alle Jäger werden! Und sie haben an ihre Ferngläser gedacht! Unser Referent Heinz Ross marschiert stramm drauflos, denn es wird bald dunkel und wir wollen die einzigartige Chance nutzen, die Hirschbrunft an unserem Ausbildungsort, der Fasanerie in Klein-Auheim, live mitzuverfolgen. Wir haben unsere Unterrichtseinheit Rotwild extra in diese Jahreszeit gelegt, um dieses einzigartige Schauspiel der eindrucksvollen Tiere für unseren Unterricht zu nutzen.

Heinz Ross hält schon seit vielen Jahren Rotwildvorträge für die Fasanerie. Er ist seit 70 Jahren Jäger auf 5 Kontinenten und ein erfolgreicher Rotwildjäger mit sehr viel Erfahrung, vielen Erinnerungen, Geschichten und Erlebnissen.

Es dauert nicht lange und Heinz Ross hat alle in seinen Bann gezogen. Wir sind zum Ausguck am Rotwildgehege gezogen und Heinz lässt uns teilhaben an dem, was die Hirsche wohl denken. Wie die „Beihirsche“ auf eine Chance warten, einen unaufmerksamen Moment des Platzhirsches für sich zu nutzen. Das Brunftrudel beobachtet gelangweilt. Heute ist Nieselwetter, man ist nicht in Stimmung. Der Platzhirsch röhrt.

Gespräche entwickeln sich, wir gehen langsam und voller Eindrücke zum Ausbildungsraum zurück, der Regen ist vergessen. Im Raum hat unser Referent Präparate aus seiner Sammlung mitgebracht: Abwurfstangen, Zukunftshirsch und Abschusshirsch, Kolbenhirsch und Unterkiefer sortiert nach Alter. Der älteste Hirsch der Fasanerie namens Arthur kommt ganz nach oben. Kunden befühlen, Verfärbung diskutieren, dritter Prämolar dreiteilig.

Zum Schluss haben wir Fragen gestellt, gelauscht und gelernt. Heinz Ross hat vieles zu berichten. Er erzählt von seinen Reisen, von seinen Hirschjagden, den verschiedenen Gebräuchen und seinen Erlebnissen. Das, was einen erfahrenen Jäger ausmacht. Nachtsichttechnik wird diskutiert und unser Referent ermahnt die Teilnehmer, dem Wild Ruhe und Rückzug zu gewährleisten. Wir sprechen über Ethik und Waidgerechtigkeit.

Der Abend mit Heinz Ross hat uns wieder ein Stück weiter gebracht auf unserem Weg zur Prüfung. Vielen Dank lieber Heinz für Deinen großartigen Gastvortrag!

Ausbildungsleiterin Lorena Quardon